In diesen Tagen lassen sie sich aller Orten bewundern: die wunderschönen Blütenkerzen der Rosskastanien. Für meisten Deutschen ist es die schönste Blüte von allen Bäumen. Und keiner möchte die Kastanien aus dem Landschaftsbild verschwinden sehen. Doch so kann es kommen!

Larve der Kastanienminiermotte, Foto: SDW
Zum Ende der Kastanienblüte fliegt jedoch die erste Generation der Kastanienminiermotte aus. Dieses eingewanderte Insekt verursacht die frühe Blattfärbung an den Kastanien und lässt die Bäume bereits im Spätsommer an vielen Orten so erscheinen, als wären sie vertrocknet. Doch ohne grüne Blätter keine Photosynthese, kein Stoffwechsel bei den Bäumen – darunter leiden die Bäume immens.
Die Motten, die jetzt zur Paarung ausfliegen, haben als Puppe im abgefallenen Herbstlaub überwintert und verlassen jetzt als kleiner Schmetterling die am Boden liegenden Blätter. Zwei Gegenmaßnahmen können den Bäumen jetzt noch helfen!
Da sie schlecht fliegen können, kann man auf einer Höhe zwischen 1,80 – 2,20 m zwei Leimringe / -binden übereinander anbringen oder mit Hilfe von Pheromonfallen einen Teil der Schmetterlinge unschädlich machen. Die Fraßschäden, die diese Motten verursachen, sind viel augenscheinlicher als das Insekt selbst, denn es misst ausgewachsen nur gut 5 mm.
Das Problem besteht in den fehlenden natürlichen Fressfeinden und der Nachkommenzahl. Ein Weibchen legt gut 40 Eier auf der Oberseite der Kastanienblätter ab. Und in einem trockenen, warmen Sommer kann es zu drei bis vier Generationen kommen. Das bedeutet, dass allein einem Weibchen aus dem Frühjahr in einem Jahr mehr als 300.000 Nachkommen folgen können!